20/02/2026 0 Kommentare
Das Wort zum Sonntag 15. Februar Carne Val
Das Wort zum Sonntag 15. Februar Carne Val
# Öffentlichkeitsarbeit

Das Wort zum Sonntag 15. Februar Carne Val
Liebe Leserinnen und Leser,
nun befinden wir uns in der Hochzeit des Karnevals. Und dann ein Wort zum Sonntag von einem evangelischen Westfalen. Fremdeln die Evangelischen nicht mit dem Karneval?
Ja, das tun wir evangelischen während es die katholischen Christinnen und Christen in der Regel nicht tun.
Das merken wir, wenn wir die doch sehr unterschiedlichen Städte Köln, Rio de Janeiro und Menden miteinander vergleichen. Sie sind mehrheitlich katholisch geprägt und feiern entsprechend Karneval.
Das Fest, das vor der Passions- bzw. Fastenzeit noch einmal ausgiebig das Leben hochleben lässt, denn an Aschermittwoch ist ja alles vorbei. Vor der Einkehr, noch einmal volle Lotte aus sich herausgehen! Vor dem Verzicht und der Zurückhaltung, noch einmal ausgelassen, überbordend feiern!
Daher kommt ja das Wort Karneval. Dem Fleisch, Carne, lebe wohl sagen, valet geben.
Also ohne Fastenzeit, die es ohne Ostern, ohne das grundlegende Fest des Christentums nicht geben würde, kein Karneval!
Also jetzt ausgelassen feiern. Da sind alle, die das machen, in guter Gesellschaft. Auch Jesus wurde dies vorgehalten. Anders als Johannes der Täufer, der asketisch in der Wüste lebte und sich nur von Heuschrecken ernährte, hat Jesus gerne mit Menschen gefeiert. War gerne zu Gast in den Häusern, hat gegessen und getrunken, war dem Wein und der Freude nicht abgeneigt. So schnell bekommt man ja nicht nachgesagt: „Siehe dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder.“
Jesus hat es, so würde ich es behaupten wollen, geliebt unter Menschen zu sein, mit Menschen zu feiern, Gemeinschaft zu pflegen.
Etwas, was ja auch Grundbedingung bei Karneval ist: Gemeinschaft! Alleine Helau rufen, das macht keinen Spaß!
Und so soll es doch sein gemeinsam feiern, gemeinsam Spaß haben! Geteilte Freude ist doppelte Freude!
Und ich denke, dass ist auch im Sinne Gottes. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass Gott Freude an Menschen hat, die immer nur Trübsal blasen und traurig sind.
Daher wünsche ich allen, die Karneval feiern ein fröhliches, ausgelassenes Fest.
Und dann eine gute Zeit der Reduktion, des Aufbrechens alter Gewohnheiten. Aber das kommt erst am Aschermittwoch!
Thomas v. Pavel, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Menden
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