Das Wort zum Sonntag 19. April 2026 Bei der Sache sein

Das Wort zum Sonntag 19. April 2026 Bei der Sache sein

Das Wort zum Sonntag 19. April 2026 Bei der Sache sein

# Öffentlichkeitsarbeit

Das Wort zum Sonntag 19. April 2026 Bei der Sache sein

Bei der Sache sein

Liebe Leserin, lieber Leser!

Du liest gerade diese Zeilen, aber bist Du wirklich bei der Sache? Oder bist Du innerlich schon weitergezogen. Möglicherweise sind Deine Gedanken schon bei dem, was der Tag noch bringen wird. Jeder von uns schweift hin und wieder ab. Das geht fast automatisch. Du spielst mit Deiner Tochter und bist gedanklich im Büro. Du unterhältst Dich mit Deiner Frau und hängst noch im letzten Gespräch fest. Du stehst unter der Dusche und grübelst über den Streit mit deinem Freund. Du stehst am Bügelbrett und gehst innerlich schon mal die Einkaufsliste durch.
Du bist in einem einzigen Moment an verschiedenen Orten gleichzeitig, oft verbunden mit den Gefühlen, die diese Orte in Dir auslösen. Und genau darin liegt die Schwierigkeit: Du bist zwar überall, aber nicht wirklich im Moment. Nicht ganz bei dem, was gerade ist. Die Folge: Gespräche bleiben oberflächlich, Kommunikation gelingt nicht richtig, echte Begegnung kommt kaum zustande. Vieles verpasst Du einfach. Und am Ende des Tages bleibt oft ein Gefühl der Leere: Ich habe viel gemacht, aber nicht wirklich gelebt.
In der Bibel begegnet uns dazu eine eindrückliche Geschichte. Der Evangelist Lukas erzählt von zwei Schwestern: Maria und Marta (Lukas 10, 38-42). Jesus ist bei ihnen zu Gast. Für die Schwestern ist das eine große Ehre. Marta beginnt sofort, sich um alles zu kümmern. Sie sorgt für das Essen, richtet alles schön her. Ich stelle mir vor, wie sie von einer Aufgabe zur nächsten eilt, innerlich vielleicht schon beim Nächsten, während sie das Eine noch tut. Maria hingegen macht etwas, das auf den ersten Blick unpassend wirkt. Sie sitzt bei Jesus. Sie hört ihm zu. Sie ist ganz da. Irgendwann platzt es aus Marta heraus. Sie fühlt sich allein gelassen und überfordert: „Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt alleine dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll!“ Jesus antwortet klar, aber sanft: „Marta, Marta, du hast viele Sorgen und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt.“ Jesu Worte sind keine Abwertung von Martas Einsatz. Jesus schätzt ihre Tatkraft. Sie macht im Moment aber zu viel. Marta verliert sich im Vielen und verliert dadurch die Kostbarkeit des Moments aus dem Blick. Jesus meint nicht, dass Marta nicht für sich selbst und andere Menschen sorgen soll. Jesus warnt vor dem ZUVIEL an Sorgen und Machen im selben Zeitpunkt.
Aber wie kann Dir das gelingen? Wie kannst Du ins Jetzt zurückfinden, wenn die Gedanken Dich wieder an andere Orte bringen? Wie kannst du besser bei der Sache bleiben? Es gibt verschiedene Wege, um wieder wachsamer für den Moment zu werden? Mir helfen langsame und tiefe Atemzüge. Oder ich wiederhole innerlich den einen Satz, den Jesus zu Marta gesprochen hat: „EINS aber ist not!“. Manchmal zeichne ich auch nur die Ziffer „1“ auf meiner Handfläche nach, wenn ich versuche, wieder zwei Dinge gleichzeitig zu erledigen. Für mich sind das verschiedene Wege, mich wieder mit der Gegenwart zu verbinden. Das sind meine Wege. Vielleicht kennst Du andere Wege. Vielleicht hast Du Deine eigenen Gesten und Worte, die Dich ins Jetzt zurückholen.
Ich möchte Dich, lieber Leser, liebe Leserin, dazu ermutigen, solche Wege für Dich zu entdecken und zu beschreiten. Denn sie können Dir helfen, zurückzukehren, aus dem Vielen ins Eine, aus der Zerstreuung in die Sammlung. Sie können Dir helfen, Augenblicke zu erleben, in denen Du ganz da bist: Vor anderen Menschen. Vor Dir selbst. Vor Gott. 

Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.                         

Pfarrer Mario Huhn

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