Das Wort zum Sonntag 01. Februar 2026 Loslassen

Das Wort zum Sonntag 01. Februar 2026 Loslassen

Das Wort zum Sonntag 01. Februar 2026 Loslassen

# Öffentlichkeitsarbeit

Das Wort zum Sonntag 01. Februar 2026 Loslassen

Loslassen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Letzte Woche war ich mit meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Kletterwelt Sauerland. Ich sehe es noch genau vor mir: Unten stand ein Trainer mit dem Sicherungsseil, neben ihm zwei Konfirmanden, die aufmerksam mit sicherten. Oben an der Wand hing eine Konfirmandin. Sie suchte mit den Füßen Halt und tastete mit den Fingern nach dem nächsten Griff. Sie wurde unsicher und wollte wieder abgelassen werden. Sie schaute nach unten und rief das Kommando: „Zu!“. Der Trainer nickte, zog das Seil fest und rief hoch: „Du kannst loslassen!“ Nach kurzem Zögern ließ sich die Konfirmandin in ihren Sicherheitsgurt fallen.

An diesem Tag ging es um viel mehr als ums Klettern. Es ging um Freundschaft. Um Vertrauen. Um Loslassen. Und darum, sich gehalten zu wissen. Beim Klettern brauchte es besonders Vertrauen in den Menschen unten. Und wer selbst sicherte, merkte schnell: Ich trage Verantwortung. Jemand anderes verlässt sich auf mich. So ähnlich ist es auch in Freundschaften. Gute Freunde machen Mut. Sie trauen uns etwas zu. Sie sind da, wenn wir abrutschen. Und manchmal sind wir selbst die Person, die Halt gibt. Vertrauen wächst dabei langsam. So wie an der Kletterwand.

In der Bibel wird das Verhältnis zwischen Gott und Mensch auch als Freundschaft beschrieben. Von Mose heißt es: „Der Herr redete mit Mose, wie ein Mann mit seinem Freund redet.“ Und Abraham wird sogar ausdrücklich „Freund Gottes“ genannt. Und Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde.“ Die Bibel zeigt mit diesen Bildern: Gott ist und bleibt der allmächtige Schöpfer und Unbegreifliche, und sucht doch die Nähe zu uns Menschen wie ein Freund. Und das ist nicht nur für Konfis wichtig zu hören.

Vielleicht versuchst Du, in der Familie alles zusammenzuhalten und merkst, wie viel Kraft Dich das kostet. Vielleicht willst Du auf der Arbeit nichts falsch machen und nimmst immer mehr Aufgaben an, obwohl Du längst am Limit bist. Vielleicht willst Du aber auch einfach die Kontrolle bei Deinem Projekt behalten. Vielleicht grübelst Du nachts über Dinge nach, die Du nicht ändern kannst. Vielleicht fällt es Dir schwer, Hilfe anzunehmen, weil Du meinst, stark sein zu müssen. Dabei wünschst Du dir manchmal genau das: loslassen zu dürfen.

Loslassen beginnt damit, wahrzunehmen, was Dich innerlich festhält: Sorgen, Erwartungen oder das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Ein weiterer Schritt ist es, zu akzeptieren, dass Du nicht alles in der Hand hast. Das ist kein Aufgeben, sondern ein barmherziger Umgang mit Dir selbst. Das Leben ist einfach größer ist als Deine Planung. Andere Menschen treffen ihre eigenen Entscheidungen. Dinge entwickeln sich anders, als Du es Dir wünschst. Manches geschieht einfach, ohne dass Du es verhindern kannst. Darum ist es so wichtig, loszulassen.

„Du kannst loslassen!“ Das ruft nicht nur ein Trainer in der Kletterwelt. Ich vertraue darauf, dass Gott Dir das jeden Tag zuruft: „Du kannst loslassen. Du kletterst nicht allein durchs Leben. Und wenn Du in den Seilen hängst, halte ich Dich. Ich bin Dein Freund.“ Dieses Bild ist mir wichtig, weil es dem ewigen Gott in unseren Lebensalltag holt. Ein Freund ist jemand, dem Du Dich anvertrauen kannst. Jemand, bei dem Du nicht perfekt sein musst. Jemand, der Dich kennt, Dich versteht und trotzdem an Deiner Seite bleibt. So ist auch Gott. Gott als Freund heißt: Du wirst gehalten, immer!                                                                    

Pfarrer Mario Huhn

Dies könnte Sie auch interessieren

Gemeindebüro

Friedhofsverwaltung

Bodelschwinghstraße 4
58706 Menden

Öffnungszeiten
Di – Fr 10.00 – 12.30 Uhr
Do 15.00 – 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung


Gemeindebüro
Tel. 02373 91 54 41
is-kg-menden@ekvw.de


Friedhofsverwaltung
Tel. 02373 91 54 42
is-kg-menden-friedhof@ekvw.de

Jahreslosung 2026