Willkommen
Jahreslosung für das Jahr 2010
Jesus sagt: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich."
Wünsche.
Jetzt ist wieder die Zeit, wo sich das Wünschen lohnt. Wünsche sind im Sonderangebot. Wünsche sind spottbillig. Sie kosten nichts. Man kann sich ja alles wünschen. Manchmal ist es deshalb gar nicht so schlimm, wenn sich nicht alle erfüllen. Nur schön ist es doch. Hoffentlich gehen ja auch einige unserer Wünsche in den nächsten Wochen in Erfüllung.
Darf ich für einen Moment aber einmal anders fragen: Wie lange dürfen manche Wünsche unerfüllt bleiben, ohne das Menschen bleibenden Schaden nehmen? Die tausend Wünsche des Gesunden sind bestimmt anders zu beurteilen als der eine Wunsch des Kranken. Die lautlos vorgetragenen Wünsche in den Augen und Gesten eines Kindes aus einem der wachsenden Hungergebiete unserer Erde stehen unsichtbar auf einem anderen Wunschzettel als der Wunsch des Kindes, das an der Kasse heute aus Leibeskräften gebrüllt hat, damit die Mama ihm etwas bestimmtes kaufen sollte. Gerade habe ich eine junge Mutter erlebt, die ihr brüllendes Kind an der Kasse aushielt, sich dabei den Blicken der Umstehenden geduldig aussetzte, um sich nach dem Bezahlen, dem Wageneinräumen dann intensivst ihrem Kind zuzuwenden. Das Aushalten, die Zuwendung – also ich fand diese Mutter großartig, ja bewundernswert.
Wünsche.
Auch der Gott der Bibel hat Wünsche. Er wollte Abraham und seine Nachkommen segnen. Abraham sollte ein Segen sein. Aber es kam anders. Die Nachkommen Abrahams verspielten den Segen und manchen erschienen die ehemals Gesegneten Gottes gar als Träger eines Fluches. Die Israeliten selbst verloren den Mut und den Glauben und die Hoffnung. Sie fügten sich fast in ihr Schicksal. Da tritt der Prophet Sacharja auf und verkündet im Namen Gottes: „Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände.“
Ellen Gradtke hat an dieser Stelle im letzten
Gemeindebrief ganz viele, ganz konkrete Anregungen gegeben, was das heißt, ein Segen zu sein. Und vielleicht haben Sie sogar das eine oder andere noch im Kopf, weil sie es gut fanden. Aber hier gilt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Also: Warum haben wir es noch nicht versucht oder nicht immer wieder versucht?
Weil uns der Misserfolg von einem früheren Erlebnis noch auf der Seele liegt und dieses Erlebnis erst einmal verarbeitet werden müsste? Weil wir uns manchmal fürchten, das Gute 
Pfarrer Bernd Lorsbachzu tun, denn wir wollen nicht im Mittelpunkt stehen, aber wir ärgern uns, wenn man uns an den Rand drängt und übersieht?
Weil wir sowieso schon so viel um die Ohren haben, dass wir gar nicht mehr wissen, wo wir anpacken sollen? Ja, manche haben zu viel zu tragen. Aber viele haben fast nichts als sich selbst zu tragen, und das ist zu wenig. Weil wir so schwach sind angesichts der Fülle der Aufgaben? Was kann da ein Einzelner tun? Aber mit gut gemeinten Wünschen und Lamentieren ist wirklich niemandem geholfen.
Was ich hier beschrieben habe, ist ein Teufelskreis, aus dem sich keiner selbstbefreien kann. Das Gute, das ich tun will, tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will! Ich will euch erlösen aus euren Teufelskreisen, wie sie auch heißen. Ihr sollt ein Segensein. Fürchtet euch nicht. Stärkt eure Hände.
Gott hat uns erlöst. Es begann hier: Aus tausend Traurigkeiten zur Krippe gehn wir still. Das Kind der Ewigkeiten uns alle trösten will. Und es macht auch angesichts des Todes nicht halt. Die Jahreslosung für 2010 lautet: Jesus sagt: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Gottes Wünsche gehen in Erfüllung! Ich glaube dran.
Ihr Pfarrer Bernd Lorsbach
