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Wort zum Sonntag

„Solchen gehört das Reich Gottes!“

Liebe Leserinnen und Leser,
Kerstin Buchbinder
Kerstin Buchbinder
Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden

in einer kleinen Dorfkirche im dänischen Uggerby hängt ein ganz bemerkenswertesLink-Pfeil Ölgemälde hinter dem Altar. Ein kleines Kind schmiegt sich eng an Jesus an. Christus selbst berührt sanft die rechte Wange des Kindes, seine linke Hand gleicht einer Schale, die sich über dem Kopf des Kindes öffnet, bereit zu streicheln, zu segnen, zu trösten.

Das Kind hält einen Palmzweig in seiner kleinen rechten Hand. Beide Figuren blicken den Betrachter fast schon ein wenig herausfordernd und wissend an. In dem kostbaren Bilderrahmen steht in goldenen Lettern: „ Solchen gehört das Reich Gottes!“ Wir kennen diese Worte aus dem Lukasevangelium und hören sie, wenn wir ein Kind zur Taufe bringen: „ Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret Ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich ich sage euch, wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Link-Pfeil Lukas 18, 16-17)

Kinder haben eine ganz besondere Sicht auf die Dinge. Unterhalten Sie ich einmal mit einem Kind über Glaubensfragen, sie würden staunen, was Ihnen die Kinder zu sagen hätten, und wie viel theologische Weite in ihren Antworten steckt. Diese Erfahrung darf ich in unseren Kindergottesdiensten immer wieder machen. In der antiken Gesellschaft galten Kinder nicht besonders viel und in der religiös geprägten Gesellschaft Israels wurden sie nicht ernst genommen, weil sie noch nicht in der Lage waren, die Vorschriften des Gesetzes zu erfüllen und entsprechende Leistungen zu erbringen. Über die Heilsaussichten früh verstorbener Kinder waren die Schriftgelehrten unterschiedlicher Meinung. Gerade deshalb gehörten sie für Jesus zu den „ Armen“, denen das Reich Gottes gehört. Ihre Schwäche ist zugleich ihre Stärke. Diese unschuldigen Kinder sind darauf angewiesen, sich alles schenken zu lassen. Sie sind offen und bereit für das Wunderbare.

Der Palmzweig in der Hand des Kindes erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem und unterstreicht das Mysterium des Glaubens: Die Kinder glauben, ohne zu hinterfragen, werfen einen unverkopften Blick auf die Welt, die sie umgibt. Es muss ihnen nicht zwanghaft bewiesen werden, was sie schon mit dem Herzen gesehen haben. Sie wissen es einfach, weil sie sich noch von Jesus beschenken lassen können, weil sie ganz offen sind, für seine Heilsbotschaft. Kaum haben die Erwachsenen Jesus beim Einzug in Jerusalem zugejubelt, ist ihre Euphorie schon in Kürze verflogen und sie stellen sich gegen ihn. Kinder aber halten an ihrer Begeisterung fest!

Deshalb macht Jesus sie zum Prototyp derer, die in das Reich Gottes hineinkommen. Wären wir wie die Kinder, könnten wir uns auch vorbehaltlos auf Jesus einlassen. Irgendwo tief in uns steckt immer noch ein Abglanz, ein Funke des Kindes, das wir einmal waren. Der Glaube ist wie eine leere, zum Empfangen geöffnete Kinderhand. Gottes Reich ist schon in Jesu Person gegenwärtig und alle, die sich wie ein Kind von ihm in die Arme schließen und segnen lassen, sind gerettet. Die Sache Jesu braucht Begeisterte! „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Link-Pfeil Römer 8, 14) Die Kinder gehören mit zur Gemeinde und müssen an- und ernstgenommen werden. Wir sollten uns ein Beispiel an Ihnen nehmen. Lassen auch Sie sich beschenken und begeistern für die Sache Jesu. Es lohnt sich!

Kerstin Buchbinder
Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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