Wort zum Sonntag


Aller Anfang ist schwer

Das neue Jahr ist erst elf Tage alt und doch habe ich jetzt schon das Gefühl, dass ich genauso weiter „düse“ wie im Alten. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen: In diesem Jahr schaltest du mal einen Gang runter. Gehst alles etwas langsamer an, nimmst dir bei allem ein bisschen mehr Zeit!

Bärbel Vane
Bärbel Vane - Prädikantin in der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden

Doch frei nach Wilhelm Busch: „Eins, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit…

Und so laufen wir mit, laufen hinterher und planen, organisieren, chatten, springen von einem Termin zum anderen, packen die Wochenenden voll…

Ist dieses Verhalten eigentlich typisch für uns Nordeuropäer?

Wenn ich da an unsere Gemeindeglieder aus dem Iran und dem Irak denke: Allen Sorgen um Asylanträge, Arbeitssuche und vielen anderen zum Trotz, leben sie uns eine Gelassenheit vor, die wir, aus unserer Sicht ihrer Dinge, schwer nachvollziehen können.

Mir gefällt ihre Art von Mentalität. Auch die Geschwister unserer Partnergemeinde in Peru pflegen neben ihrem südamerikanischen Temperament einen gelasseneren Lebensstil. Wie oft  bewundere ich sie dafür, um dann doch wieder nach einer kurzen Verschnaufpause weiterzuhetzen.

Eine kleine Geschichte erzählt von dieser anderen Art von Mentalität: Wissenschaftler unternahmen in Afrika eine Expedition. Sie warben mehrere schwarze Träger an und trieben sie eilig mit den schweren Gerätekisten voran. Nach drei Tagen Eilmarsch warfen die Schwarzen die Lasten ab, setzten sich auf die Kisten und waren weder durch gute Worte noch Geld zu bewegen, weiter zu laufen. Nach dem Grund ihrer Weigerung gefragt, antworteten sie: «Es geht zu schnell, unsere Seelen kommen nicht mit, wir müssen warten, bis unser Inneres nachkommt, dann gehen wir weiter!»

Die Träger hatten ein gutes Gespür dafür, dass bei dieser Hetze der innere Mensch zurückbleibt und dass ihre Körper und ihre Seelen dabei Schaden nehmen würden. Aber wie können wir das schaffen, dass unsere Seele mitkommt? Vielleicht hilft es ja schon, wenn wir den Wecker eine Viertelstunde früher stellen, um dann bei geöffnetem Fenster den Geräuschen des Morgens zu lauschen. In Ruhe frühstücken, bevor wir das Haus verlassen und tagsüber mal ganz bewusst die Geschwindigkeit unserer Schritte und Gedanken verlangsamen. Abends die guten Momente des vergangenen Tages ins Bewusstsein zurückrufen und vielleicht auch mal Gott dafür danken.

Wenn wir das schaffen, dann kommen wir schon recht nahe an das, was Gott uns durch den Propheten Jesaja zugesprochen hat:

„Wenn ihr meinen Namen nennt und still werdet, dann werdet ihr aufleben. Wenn ihr gelassen abwartet und mir vertraut, dann gewinnt ihr an Stärke.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und mir, für die restlichen 354 Tage, ganz viel Stärke und Durchhaltevermögen!

Ihre Bärbel Vane
Prädikantin in der evangelischen Kirchengemeinde Menden


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