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Wort zum Sonntag

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

So heißt es in einem Lied. Darauf folgen die Worte: „Es hat Hoffnung und Zukunft gebracht“. Die dunkle Jahreszeit, die Novemberzeit legt sich auf viele von uns ähnlich einer Bleidecke. Dazu trägt auch das christliche Kirchenjahr mit der so genannten „Endzeit“ bei: Allerheiligen, Volkstrauertag, Buß-und Bettag und Totensonntag.

Pfarrer Hans D. Daubner
Pfarrer Hans D. Daubner
Ein Psalmwort möchte in diese Dunkelheiten etwas Licht bringen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Ps. 119,105) Es geht hier um das Wort Gottes, so wie es der alttestamentliche Beter verstanden und weitergeben hat. Als das „güldene ABC“ wird Psalm 119 überschrieben. Es geht um die Orientierung an dem Wort und damit an den Geboten Gottes, um die Freude am Einhalten der Gesetze und Vorschriften. Es geht darum, dass der Beter durch das Wort Gottes Ausrichtung und Hilfe zum Leben erfährt.

„Dein Wort ist wie Licht in der Nacht. . .“
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte . . .“


Der Reformator Martin Luther hat das nicht nur beherzigt, sondern versucht, das Wort Gottes gleichsam zu verteidigen: „Das Wort sie sollen lassen stahn“ singt die Christenheit im Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Das Wort stehen lassen in seinem Ursprung, so wie es in der Bibel nachgelesen werden kann. Schon vor Martin Luther gab es Menschen, wie etwa die Mönche, die aus der Abhängigkeit des Wortes Gottes gelebt, sich für das Wort Gottes eingesetzt und stark gemacht hatten.

Die Bedrohungen des 16. Jahrhunderts, das Suchen nach Auswegen aus Krankheiten, Seuchen, Kriegen und Todesängsten tragen dazu bei, dass die Reformatoren mehr und mehr die Wichtigkeit und Bedeutung des Wortes hervorheben. So wird dann später die protestantische Kirche tatsächlich zu einer „Kirche des Wortes“, d. h. dass z.B. im Mittelpunkt des sonntäglichen Gottesdienstes die Predigt, die Verkündigung, das gesprochene Wort steht.

So war es dann auch am Reformationstag, 31.Oktober 2011, fast selbstverständlich, dass die Gottesdienstbesucher, evangelische, römisch-katholische, Mitglieder der freien Gemeinde, aus der Heilig-Geist-Kirche auf ihrem Weg zur St. Vincenz-Kirche sich unter das Wort Gottes stellten, bzw. Verse aus den Seligpreisungen vortragen und hören konnten.

„Dein Wort ist wie Licht in der Nacht . . .“
„Dein  Wort ist meines Fuße Leuchte . . .“
„Das Wort sie sollen lassen stan. . . „

Freilich, es ist das Wort Gottes nicht nur für den innerkirchlichen, auch nicht nur für den ökumenischen Gebrauch bestimmt. Es soll nach Aussen getragen werden, denn es kann auch ausserhalb der Kirchenmauern „Trost und Halt“ in „Bedrängnis  Not  und Ängsten“ geben. Das gilt zuerst einmal im Blick auf den morgigen Volkstrauertag. Als ein Tag der Stille und des Innehaltens fordert er auf zur Einkehr, zum Gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Aber auch darüber hinaus gilt es, der Kraft des Wortes zu vertrauen, die eigene Stimme zu erheben gegen Ungerechtigkeit, Verfolgung und Terror, gegen die Dunkelheit und Kälte in dieser unserer Welt.

In diesem Sinne grüßt Sie recht herzlich und wünscht Ihnen einen besinnlichen Sonntag:

Ihr Hans D. Daubner,
Pfarrer der Evangelischen Kirchegemeinde Menden    


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