Evangelische Kirchengemeinde Menden - Willkommen

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Wort zum Sonntag

Liebe Leserin, lieber Leser,
es ist Sommer (jedenfalls manchmal) und ich freue mich mit vielen anderen Menschen über das satte Grün der Bäume und das Wandelröschen auf meinem Balkon, das wunderschön blüht. Ich freue mich über den Duft der Linden und stimme in diesen Tagen mit Begeisterung ein, wenn in unserer Gemeinde „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ gesungen wird.

Pfarrerin Dorothea Goudefroy
Pfrn. Dorothea Goudefroy
Paul Gerhardt hat dieses Sommerlied gedichtet, das zu einem echten Schlager in der evangelischen Kirche geworden ist. Es hat 15 Strophen, denn es braucht schon ein wenig Zeit, die Blumen und Bäume, die fleißigen Bienen und blökenden Schafe, die singende Lerche und den Weizen zu beschreiben, der mit Gewalt wächst. Ein wunderbares Lob des Schöpfers ist dieses Lied. So heißt es in der achten Strophe:

„Ich selber kann und mag nicht ruhn, / des großen Gottes großes Tun / erweckt mir alle Sinnen; / ich singe mit, wenn alles singt, / und lasse, was dem Höchsten klingt, / aus meinem Herzen rinnen, / aus meinem Herzen rinnen.“

An dieser Stelle hören wir oft auf zu singen, meist wohl der Länge wegen. Dabei nehmen uns die folgenden sieben Strophen mit ins Paradies! Nicht in das kleine Garten- oder Balkonparadies, sondern in den Paradiesgarten Gottes. Wenn es ja hier auf der Erde schon so schön ist, dichtet Paul Gerhardt, wie herrlich wird es dann erst im Paradies sein!

Und wenn er von der Sehnsucht nach dem Paradies singt, von der Lust, die das Singen zum Lob Gottes bereitet, dann klingt das leicht und fröhlich. Überhaupt nicht weltabgewandt und lebensmüde. Denn er meint nicht: es wird besser, was heute schlecht ist. Ganz im Gegenteil: es wird noch schöner als es heute in unserem irdischen Sommer schon ist. Und dabei freuen wir uns schon an ihm so sehr!

Es ist Sommer. Und wenn ich ihn an diesem Wochenende genieße, dann singe ich den Sommer-Schlager vor mich hin. Und ganz bestimmt werde ich die hinteren Strophen auch singen. Die 14. soll mein Gebet zum Wochenende werden:

„Mach in mir deinem Geiste Raum, / dass ich dir werd ein guter  Baum, / und lass mich Wurzeln treiben. / Verleihe, dass zu deinem Ruhm / ich deines Gartens schöne Blum / und Pflanze möge bleiben, / und Pflanze möge bleiben.“

Ein gesegnetes Sommer-Wochenende wünscht Ihnen
Pfarrerin Dorothea Goudefroy
Evangelische Kirchengemeinde Menden


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