Andacht zum 1. Advent


„Lasset uns nun gehen nach Bethlehem…“
… und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“ - So sprachen die Hirten untereinander, als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren. Auch wir machen uns auf, -  vier Adventssonntage stimmen wir uns ein, um dann in der Heiligen Nacht in Bethlehem anzukommen.

Pfarrer Frank Fiedler
Pfarrer Frank Fiedler
Mit Bethlehem ist es so eine besondere Geschichte. Zunächst klingt sie ganz nach alltäglichem Leben: Bethlehem bedeutet „Haus des Brotes“, sozusagen Brothausen. Ein Dorf in der judäischen Wüste, nicht weit von Jerusalem. Auf den Hügeln wurde Getreide angebaut. Und so galt Bethlehem schon in alter Zeit als Backstube der Region. In Brothausen gab es gutes Brot, lebensnotwendig für die Bewohner und das Umland. Aus Brothausen kommt sogar noch mehr als Weizen- oder Gerstenbrot. Einer, der in Bethlehem geboren wird, erzählt eines Tages vom Brot des Lebens und sagt: „Wer an mich glaubt, der hat das Brot des Lebens!“

Bethlehem ist auch der Ort einer Liebesgeschichte: Ein Inländer, Boas, und eine Ausländerin, Ruth, kommen zusammen, heiraten, gründen eine Familie. Das war in der Anfangszeit Israels, mehr als 1000 Jahre vor Christus. Damals ging ausgerechnet in Brothausen das Brot aus. Eine Hungersnot zwingt einige jüdische Familien, ins reichere Nachbarland zu ziehen.

Bei ihrer Rückkehr Jahre später folgt ihnen ein ausländisches Mädchen. Und ausgerechnet diese Ruth, deren Ausspruch „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen“ wir alle kennen, ausgerechnet diese Ruth wird in Bethlehem einen jüdischen Bauern heiraten. Es gab Proteste – eine Ausländerin! -, dennoch wird geheiratet. - Und Boas und Ruth, der Einheimische und die Fremde, werden zu den Urgroßeltern eines berühmten Mannes.

Denn in Bethlehem wird ein Kind geboren, das später einmal König wird, ein berühmter König. Ausgerechnet das 7. und jüngste der Geschwister. Ja, Gott mag das Kleine und Unscheinbare, deshalb erwählt er den Kleinsten in einer kleinen Stadt in einem kleinen Land. David wurde ein großer König, der König aus Bethlehem!

Aber aus Bethlehem soll noch Größeres kommen. Aus dem Hause Davids, aus seinen Nachkommen, soll einmal der Heiland und Retter der Welt kommen. So lautet die Verheißung des Propheten Micha: „Du Bethlehem, Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel der Herr sei. ... Und er wird der Friede sein!“

Bethlehem zeigt, dass unsere Geschichte und Gottes Geschichte sich manchmal berühren - und vielleicht einmal zu einer Geschichte werden.

Bethlehem ist nicht überall. Es ist eine besondere Geschichte, eine besondere Stadt. Ihr Name sagt, was Menschen brauchen: Vor allem Brot, aber nicht nur Brot allein. Bethlehem durchbricht die Aufteilung der Menschen in Inländer und Ausländer. Boas und Ruth zeigen es. Bethlehem ist Davids Stadt: Sie steht für Gottes Geschichte mit seinem jüdischen Volk Israel. Und wir müssen uns aufmachen, in diese Geschichte hinein, um dabei sein zu können, - wie Maria und Josef sich auch bald aufmachen werden, „auf nach Bethlehem“. In dieser Adventszeit können wir den Weg ein Stück gemeinsam gehen, Sonntag für Sonntag, mit den biblischen Verheißungen, mit Maria, Johannes dem Täufer, Zachäus – nicht zu vergessen die schönen Adventslieder. Schon morgen ist der 1. Advent!

Ihr Frank Fiedler
Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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