Evangelische Kirchengemeinde Menden - Wort zum Sonntag


Alles Liebe oder was? Sie ist die Größte unter ihnen

Liebe Leserin, lieber Leser,
Pfarrer Hans D. Daubner
Pfarrer Hans D. Daubner
ist sie das? Was wir feststellen, ist eher das Gegenteil. Hass, Missgunst, Neid, Auseinandersetzungen auf Leben und Tod, wie etwa im Nahen Osten oder in der Ukraine.

Der Apostel Paulus etwa spricht im Hohelied der Liebe (1Kor. 13) eine Einladung, eine Aufforderung zur Liebe aus. Für ihn gehört sie nicht einfach nur dazu, sondern ist etwas, das zum Gelingen des Lebens führt, zu einem guten Miteinander. Auch stellt er sie in Zusammenhang mit zwei weiteren Merkmalen des Christseins, nämlich dem Glauben und der Hoffnung: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die Liebe aber ist die Größe unter ihnen“ (1Kor.13, 13). Das Wechselspiel zwischen diesen drei Wesensmerkmalen könnte als ein Anker in der heutigen so unsicheren und kurzlebigen Zeit gelten.

„Nun aber bleiben Glaube . . .„dass er, der Glaube, nicht jedermanns Sache ist, macht sich mehr und mehr bemerkbar. Der  erwähnte Paulus spricht schon bei dem Erzvater Abraham vom Glauben. Der erhält den Auftrag, sein Haus, sein Land, alles, was er hat, zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wird. Er glaubte Gott und das rechnete ihm dieser als Gerechtigkeit an. Glaube also als Vertrauen. Im Neuen Testament spricht der gleiche Apostel vom „in Christus Sein“. In Christus Sein, heißt im Glauben stehen. Das kann man meist nicht selber machen. Da wird man hineinversetzt auf Grund der Taufe. Glaube also als ein Geschenk, mit dem es gilt umzugehen.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung . . . „sie, die Hoffnung, ist auf die Zukunft ausgerichtet. Von R. M. Rilke kennen wir die Verse:“ Ich lebe mein Leben in  wachsenden Ringen, die sich um die Dinge ziehn. Den letzten wird ich vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn“. Festhalten an der Hoffnung, sie nicht aufgeben. Ja, die Hoffnung gehört zum Wesen des Menschen, den jeder Mensch braucht so etwas wie ein Grundvertrauen in die Zukunft. Die christliche Hoffnung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Gottvertrauen (Glauben) und Zweifel. Sie gründet in Christus und bezieht sich auf ein Ziel: Das ewige Leben. Auch hier also: Hoffnung als ein Geschenk.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe . . . „Von der Liebe lesen wir: „Sie ist langmütig und freundlich, sie eifert nicht, treibt nicht Mutwillen . . . sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles . . . die Liebe hört niemals auf“ (1Kor.13,4.7.8). Paulus spricht hier von der Liebe Gottes, die uns als Geschenk zu teil wird. Mit ihr gilt es umzugehen, sie weiterzugeben. Manche sprechen vom „Mäntelchen der Liebe“, das Christen über ihre Mitmenschen auszubreiten haben. Von ihr, der Liebe, heißt es, sie sei die größte unter den dreien. Warum eigentlich? Weil erst durch sie, durch das Geschenk der Liebe, Leben, gelingendes Leben, möglich wird als Annahme und Zuwendung. 

Im Sinne einer solchen Liebe wünscht Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen besinnlichen Sonntag,
Ihr Pfr. Hans D. Daubner


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