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Wort zum Sonntag

Beziehungs-Weise

Liebe Leserinnen und Leser,

Kerstin Buchbinder
Kerstin Buchbinder
Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden

zu meinem runden Geburtstag habe ich in diesem Jahr gleich von mehreren, mir besonders nahestehenden Freunden,  „Zeit“ geschenkt bekommen. Zeit, um sie mit ihnen allein zu verbringen.

Da gab es ein Wochenende in Holland, einen Ausflug nach Hattingen mit anschließendem Konzertabend, den Besuch einer Kunstausstellung nebst Vewöhnprogramm und schließlich ein Rund-um-Sorglos-Paket bei einer Freundin in Frankfurt, die ich schon ein ganzes Jahr nicht mehr gesehen hatte.

Es ist ganz erstaunlich, wie vertraut man einander sein kann, auch wenn man räumlich über so einen langen Zeitraum getrennt gewesen ist. Kaum ist der erste Tee aufgebrüht, die erste Kerze entzündet, stellt sich das wohlige Gefühl der Geborgenheit ein. Hier bin ich irgendwie zu Hause, hier darf ich sein, wie ich bin. Wir können da weitermachen, wo wir im vergangenen Frühling aufgehört haben. Die losen Enden werden aufgenommen, das Gemeinsame weitergesponnen, der Freundschaftsteppich nimmt Farbe und Form an. Von diesen Begegnungen komme ich immer wieder erfüllt nach Hause, dankbar zu erfahren, dass Freundschaft auch eine räumliche Distanz überleben kann, wenn sie innerlich gefestigt ist. Aber man muss sie auch pflegen, im Geben wie im Nehmen.

Mit unserer Beziehung zu Gott verhält es sich in unserem Leben oft ganz ähnlich. Manchmal verliert man auch IHN aus dem Blick. Dann wird er von Alltagssorgen und Problemen in eine Ecke, eine Abstellkammer des Herzens gedrängt. Oft verlieren gerade die jungen Menschen nach ihrer Konfirmation den Bezug zum Glauben. So viel Neues bewegt sie und treibt sie um. Da ist dann oft kein Platz für einen Gott, der es gut mit ihnen meint, denn andere meinen es vermeintlich besser! Aber man kann diese verlorengeglaubte Verbindung wiederbeleben.

Gott wartet immer darauf, dass wir uns neu entscheiden, ist immer wieder bereit, mit uns von vorn zu beginnen. Gott ist wie ein guter Freund, der mich auch ohne Worte versteht, meine Sorgen und Nöte kennt und mir ins Leben helfen will. Mit unserer Taufe sind wir in diese Wechselbeziehung hineingewachsen, verbunden durch ein unsichtbares Band, das uns hält und trägt. So wie weit entfernt wohnende Freunde unserem Herzen dennoch innig verbunden bleiben, so ist auch Gott nur einen Atemzug von uns entfernt. Er will mit uns in Beziehung treten und unser Lebensbegleiter sein.

Und so wünsche ich Ihnen, dass auch Sie Gott spürbar in Ihrem Leben erfahren dürfen, wie in der Begegnung mit einem guten Freund.

Ihre Kerstin Buchbinder
Prädikantin Ev. Kirchengemeinde Menden


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