Wort zum Buß- und Bettag


Pfarrerin Dorothea Goudefroy
Pfarrerin Dorothea Goudefroy

Liebe Leserinnen und Leser,
in der vergangenen Woche habe ich eine Botschaft aus dem Himmel erhalten. Wirklich! Es war ein vielstimmiges Krächzen von fliegenden Kranichen, die in wohlgeordneter Formation über den klaren Herbsthimmel zogen, auf dem Weg ins Winterquartier irgendwo im Süden. Ich habe ihnen fasziniert hinterher geschaut und mich gewundert, wie diese Tiere wissen, wann sie losfliegen müssen und wohin, um den Winter zu überleben. Und dass sie im Frühjahr wissen, wann es Zeit ist zurück zu kommen. Sie scheinen wirklich einen inneren Kompass und eine innere Uhr zu haben, die fantastisch funktionieren.

Ich war ein bisschen neidisch auf diese Zugvögel, weil ich mir oft einen inneren Kompass wünsche, der mir sagt, in welche Richtung mein Leben gehen soll. Ich muss so viele Entscheidungen treffen: von der Frage, ob ich Kaffee oder Tee zum Frühstück trinke, bis hin zu der Frage, mit wem ich mein Leben verbringe. Oft stehe ich vor der Frage, ob ich für etwas kämpfen und Streit riskieren soll, oder ob ich gelassen schweige. Bei Vielem spielt das Timing eine wichtige Rolle, denn die gleiche Entscheidung kann zum einen Zeitpunkt goldrichtig und zu einem anderen völlig daneben sein.

Ich treffe Entscheidungen für mein Leben und tue das möglichst verantwortungsvoll. Aber oft genug merke ich: die eingeschlagene Richtung macht mich nicht glücklich und die Menschen, mit denen ich zu tun habe, auch nicht. Was dann? Eine Strategie, die Sie vermutlich auch kennen, heißt: Augen zu und durch! Mit voller Kraft voraus und bloß nicht irritieren lassen durch irgendwelche Anfragen. Wie ein Schlachtross, das im Kampf voranstürmt. Dabei gibt es dann in aller Regel Kollateralschäden.

Heute, am Buß- und Bettag ist Zeit, über meine Entscheidungen nachzudenken. Es ist Zeit, dass ich mal anhalte und nicht besinnungslos in die Richtung weiterstürme, die ich einmal eingeschlagen habe. Heute ist Zeit, den Kompass neu auszurichten. Wie? Indem ich auf die Botschaft aus dem Himmel höre. Im bildlichen Sinn also auf das Wort Gottes, auf die Gebote, die mir eine Richtung für meine Entscheidungen anzeigen. Und im wörtlichen Sinn auf das Krächzen der Kraniche.

Die Zugvögel lehren mich, dass es gut ist, immer wieder umzukehren und die Richtung zu ändern. Mir fällt das schwerer als ihnen. Ich verlasse nicht gerne meinen Weg, den ich mit so viel Energie eingeschlagen habe. Das ist mir irgendwie peinlich. Aber heute will ich daran denken: Die Zugvögel kehren immer wieder um – weil es ihnen zum Leben dient.

Gutes Nachdenken und Entscheiden wünscht Ihnen
Dorothea Goudefroy, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden

P.S.: Von Schlachtrössern und Zugvögeln, die umkehren, spricht der Prophet Jeremia Link-Pfeil im 8. Kapitel, Vers 4-7.


Aktuelles aus unserer Gemeinde

Link-Pfeil Engel – ein Fest der Farben und Töne Fest der Stiftung Kirchenmusik am 21. Januar um 17 Uhr
Link-Pfeil Bethel-Sammlung 17. - 24. Januar 2018
Link-Pfeil Jungscharfreizeit Föckinghausen
Link-Pfeil Trust and Try – KonfiCamp in der Lutherstadt Wittenberg
Link-Pfeil Zeit für ein Fest
Link-Pfeil Pfarrer Frank Fiedler in Bösperde begrüßt
Link-Pfeil Broschüre "Orte der Erinnerung"
Link-Pfeil Bestätigung für ausgezeichnete Qualität
Link-Pfeil Ein Vierteljahrhundert auf der Orgelbank Kantor Helmut Brandt feiert sein 25. Dienstjubiläum in Menden
Link-Pfeil Mit neuen Kräften dazu in neuen Räumen Gemütlich und heimelig präsentiert sich der evangelische Kindergarten


Link-Pfeil Archiv Geistliches Wort