Evangelische Kirchengemeinde Menden

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Wort zum Sonntag

Soviel du brauchst

Liebe Leserinnen und Leser,
Kerstin Buchbinder
Kerstin Buchbinder
Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden
wir sind eingeladen unseren Hunger zu stillen auf dem 34. evangelischen Kirchentag in Hamburg. Als begeisterte Kirchentagsbesucherin habe ich dort, wie auch auf den ökumenischen Kirchentagen, geistliches Leben in  Fülle genießen dürfen. Kirchentage sind meine spirituelle Tankstelle, die mich so manche Dürrezeit des Gemeindelebens aushalten und hernach bewässern lässt. Ich freue mich auf die Begegnung mit Menschen, die ihren Glauben offen leben.

Ich genieße es, den Blechbläsern zu lauschen, wenn sie in S- und U- Bahnen spontan musizieren oder nach Lust und Laune irgendwo im Stadtgebiet kleine Platzkonzerte geben. Die morgendlichen Bibelarbeiten sind meine Wegzehrung durch den Tag und die Freude verdichtet sich beim Feierabendmahl, welches traditionell am Freitagabend gefeiert wird.

So bringt ein jeder seinen individuellen Kirchentagshunger mit, Hunger nach Begegnung und Bewegung, Informationsdurst und der Suche nach dem Außergewöhnlichen und Neuen, einer Sehnsucht nach neuer Spiritualität und die Neugier auf musikalische Hochgenüsse.

Menschen brauchen unterschiedlich viel und sie brauchen Unterschiedliches! Was zu viel ist verdirbt jedoch nicht nur den Charakter. Es gibt kein einheitliches Maß für alle.

„Soviel du brauchst!“  (2. Mose 16,18) ist die Losung des diesjährigen ev. Kirchentages. Vielleicht ist der Schwerpunkt bei der Betrachtung auf das kleine Wörtchen „ du“ zu legen. Es geht um mich, um meine Bedürfnisse. An mir ist gelegen. Ich werde bedacht. Gott gibt reichlich von dem, was wir Menschen täglich brauchen. Die Vater-Unser-Bitte vom täglichen Brot hat ihren Ursprung in der Geschichte vom Manna, dem Himmelsbrot. (Exodus) Das Volk Israel hatte sein Überleben in der Wüste allein Gottes wunderbarer Fürsorge zu verdanken. Es wurde angehalten, keinen Vorrat anzulegen sondern täglich auf Gottes Zuwendung und Gabe zu vertrauen!  Denn Gott gibt gerade das rechte Maß für jeden Tag. Wer nicht darauf vertraut, dass er auch morgen wieder geben wird, sondern selbst vorsorgen will, der wird beschämt werden. Gott hat den Hunger der Menschen in Jesus gestillt. Er hat uns mit Lebensbrot und Lebenswort versorgt.

Deshalb sind wir eingeladen, aus der Fülle des Kirchentagsprogrammes zu schöpfen und uns zu Genüge zu versorgen. Vielleicht hilft uns die diesjährige Losung dabei, den Blick neu auszurichten, sich selbst zu hinterfragen und zu erkennen:

Wie viel brauche ich wirklich zum Leben?
Was bin ich bereit zu geben? Abzugeben?
Welchen nagenden Hunger möchte ich in mir stillen?
Wann  ist es für mich „genug“?

Jesus hält die Einsicht wach:  Wahres Leben hast du nur, wenn der Hunger deiner Seele gestillt ist.
Ich darf also bei mir selbst anfangen und für mich sorgen, damit ich dann auf den anderen zugehen kann. Von den Erfahrungen, die wir in der großen Christengemeinschaft in den Tagen des Kirchentages machen, können wir zehren. So gestärkt an Leib und Seele sind wir gerüstet zu geben, um Andere Anteil haben zu lassen. Wir können und sollen das „Zuviel“ fröhlich weiterschenken.

Kerstin Buchbinder
Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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