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Wort zum Sonntag

Sinkende Fluten – steigende Hoffnung

Wenn wir Gott und die Welt nicht mehr verstehen, sind wir ratlos. Wir suchen nach Antworten, die uns innere Ruhe und etwas Halt geben sollen.

Zu den Katastrophen der Menschen gehören Überschwemmungen. Die Sintflutgeschichte wird aus der Flusslandschaft von Euphfrat und Tigris übernommen und weltweit wird in allen Kulturen ähnliches erzählt.

Im Link-Pfeil ersten Buch Mose, Genesis Kapitel 8 ist zu lesen: 150 Tage Regen, steigende Pegel. Keiner spricht, kaum etwas tut sich. Das Verhalten Gottes bleibt ein Rätsel. Das Leben, geflutet, ein einziges Meer. Darauf ein hölzener Kasten.

Pfarrer Friedemann Majer
Pfarrer Friedemann Majer
Fluten kennen wir auch in unserem Leben. Fast jede Krise ist ein Tal der Tränen. Und oft zehrt eine lange Krankheit an der Geduld und allen Kräften. „Wie lange noch?“, „Ich kann nicht mehr.", „Es tut sich nichts." Und auch bei uns ein Schweigen. Worte fehlen. Wir können die Flut verstehen als all das, was uns unruhig macht und umtreibt ohne eigene Steuerungsmöglichkeit. Und Gott scheint selbst bisweilen nicht daran zu denken, wie es dem Menschen geht.

Erkennen wir in der Geschichte von der Arche Noah unser Leben, wie in großer Not die Sehnsucht nach Rettung und die Hoffnung auf neues Leben wachsen? Bei allem, womit unser Leben geflutet wird, braucht das Leben Ruhe, um wieder von neuem beginnen zu können. Noah konnte nichts beschleunigen. Aber dann kam er auf die Idee, anhand der Tauben zu testen, ob so allmählich die Wende kommen würde.

Das wünsche ich ihnen auch: Zaghafte Versuche, um herauszufinden, Sinkende Fluten – steigende Hoffnung ob sich was tut oder langsames Üben, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich wünsche Ihnen nach dem Gefühl: „Hat mich Gott vergessen?" die Erfahrung: „Gott denkt an mich." Ich wünsche Ihnen, dass Sie in jeder Krise einen grünen Zweig finden und dass Sie jemanden haben, der oder die wie die Taube Sie ermutigt und Zeichen des Lebens übermittelt.

Manche Fluten sind da, wo wir keine Riegel vorgeschoben haben oder keine Grenzen gesetzt haben. Andere Fluten sind schicksalhaft und unverschuldet. Vergessen Sie nicht, was das kleine Bild (rechts) zeigt: Die Hand. Auch Ihr Lebensschiff ist nicht nur mit Ihren Planungen und Entscheidungen in Ihrer Hand, sondern in Gottes Hand Er erspart Ihnen das Schwere nicht, aber er führt Sie hindurch. Und dann ist Land in Sicht.

Und Gott dachte an Noah – Er denkt auch an Sie. Und aus der Stille heraus kommen auch Sie wieder auf gute Gedanken, das Leben zu testen und neue Schritte zu gehen.

Friedemann Majer
Altenheim- und Krankenhaus-Seelsorger
der Evangelischen Kirchengemeinde in Menden


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