Wort zum Sonntag


Spuren der Hoffnung – Licht auf unserem Weg

Liebe Leserinnen und Leser,
Pfarrer Friedemann Majer
Pfarrer Friedemann Majer
die Sternsinger sind wieder unterwegs: Sie singen, sie sammeln für kirchliche Hilfswerke, sie schreiben CMB 2013 an die Haustüren. Das ist nicht die Abkürzung für Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für Christus mansionem benedicat: Christus segne dieses Haus.

Der Evangelist Matthäus erzählt seine Weihnachtsgeschichte: Als Jesus geboren war in Bethlehem, kamen weise aus dem Morgenland, Sterndeuter aus dem Gebiet des heutigen Irak. In Jerusalem fragten sie: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Eine seltsame Sternenkonstellation bringt sie auf den Weg. Jupiter galt als Königsstern, Saturn als Stern der Juden. Beide Sterne standen im Sternbild der Fische ganz nah beieinander. Das Sternbild der Fische stand für das südliche Syrien, das heutige Israel. Ähnlich Spektakuläres hatten sie nie zuvor gesehen.

Ein König der ganz besonderen Art muss dort geboren sein. Das machte sie neugierig. Matthäus bezieht seine Erzählung auf eine Vision des Sehers Bileam: Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen (4. Mose 24,17). Matthäus sagt uns: Jesu Geburt ist keine Lokalgeschichte, sondern er ist der Heiland, der König aller Könige, Zeichen der Liebe Gottes für die ganze Welt. Während bei Lukas die Hirten, die bei Gericht nicht als Zeugen auftreten durften, die Ersten waren, die die Nachricht erfahren haben, machen sich bei Matthäus die Gebildeten, die etwas Reicheren, die Nichtjuden, die Fremden auf den Weg zum Neugeborenen. Die, die gleich zur Stelle waren und die, die einen langen Weg hinter sich haben und zum Staunen und zum Glauben kommen, sind an der Krippe vereint. Nehmen wir die Weihnachtsgeschichte mit in unseren Alltag?

Das Miteinander von verschiedenen Milieus, sozialer Herkunft, aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Glaubensweisen ist auch für uns wichtig, immer wieder neu einzuüben im neuen Jahr 2013. Die Weisen machen sich auf den Weg. Sie lassen sich von einem Stern leiten, der auf Gott hinweist. Deshalb sollen wir uns nicht von Horoskopen und vom Aberglauben leiten lassen, sondern von Christus, geboren als Licht der Welt. Er leuchtet in unsere dunklen Ecken, wo wir uns aus Scham oder Frust zurückziehen, wenn wir uns als Versager fühlen. Er macht uns Mut, es noch einmal anders zu probieren. Und weil er uns im richtigen Licht sieht, brauchen wir uns nicht in Szene zu setzen. Jesus richtet sein Licht auf diejenigen, die sich in der persönlichen Dunkelheit befinden: Verstoßene werden in die Gemeinschaft zurückgeholt. Menschen, die sich verloren und innerlich leer fühlen, macht er Mut, kleine Schritte aus der Krise zu unternehmen, und tote Punkte zu überwinden. Verzweifelte spüren einen Funken Hoffnung, Engstirnigen geht ein Licht auf, Dinge anders zu sehen. Wo sich unsere Verbitterungen und Verhärtungen allmählich verwandeln, da ist Jesus: das Licht, das Leben weckt und Neues wachsen lässt.

Das neue Jahr, das wir vor uns haben, soll uns Neues bringen: vor allem eine neue Sicht der Dinge. Denn Vieles in unserem Leben können wir nicht grundlegend verändern, aber unsere Einstellung. Mit Humor sind unsere eigenen Schwächen und die unseres Gegenübers leichter zu ertragen. wir können einander mit anderen Augen in einem neuen Licht sehen. Wir haben Weihnachten gefeiert. Jesus, das Licht der Welt, will uns Kraft geben, auch manchmal über unseren Schatten zu springen. Der Stern, das Licht von Bethlehem weist den Weg. Machen wir es wie die Sternsinger: sie kommen zu Besuch. Sie zeigen uns: öffnet eure Türen. Das bedeutet, dass wir offener einander begegnen, Interesse entwickeln, etwas persönlicher werden. Gott fängt neu bei uns an.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start und viel Licht auf Ihrem weiteren Lebensweg.
Pfarrer Friedemann Majer
Altenheim- und Krankenhaus-Seelsorger, Evangelische Kirchengemeinde Menden


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