Wort zum Sonntag


Zwischen den Jahren Ruhe finden, die Gottes Kraft spüren lässt

Liebe Leserinnen und Leser,
zwischen den Jahren schreibe ich Ihnen. Zwischen den Jahren liegt eine Zeit, die mir jedes Mal wie eine Ruhepause, ein Moment zum Atemholen vorkommt. Die Vorbereitungen der Adventszeit sind vorbei, die Feiertage festlich begangen oder auch durchgestanden. Noch sind wir keinem Vorsatz fürs neue Jahr verpflichtet, möchten nur das ein oder andere zum Jahresschluss noch zu Ende bringen. In der Zeit dazwischen ist ein wenig Ruhe.

Auf einer Weihnachtskarte wurden mir Worte über die Ruhe von Peter Handke geschenkt:
(Link-Pfeil Süddeutsche Zeitung, 6.12.12)Pfarrerin Dorothea Goudefroy
Pfarrerin. Dorothea Goudefroy

  • Ich glaube an die Ruhe.
    Für mich ist die Ruhe das Höchste, Intensivste am Menschen.
    Aus der Ruhe kommt alles.
    Die Ruhe ist dramatisch.
    Die Ruhe will aktiv werden.
    Die Ruhe strahlt.
    Das sagt man ja: Er strahlt Ruhe aus.
    Die schönste Strahlung ist die Ruhe.
    Ruhe ist Freude, ist Teilnahme, ist Erbarmen, ist Gott.
    Ich spreche von einem Ideal.
    Ruhe ist auch Lust.

Ja, so eine Ruhe wünsche ich mir und auch Ihnen! Eine Ruhe, die lebendig ist, weil sie innehalten kann. Eine Ruhe, die ausstrahlt auf mein Leben und die Menschen, die mir begegnen. Eine Ruhe, die eine Kraftquelle voller Freude und Lust ist. Eine Ruhe, in der Gott mir begegnet.

Einen solchen Moment der Ruhe erleben zwei alte Menschen nach der Geburt Jesu. Lukas erzählt von Simeon und Hanna, die im Tempel in Jerusalem beten. Als Maria und Joseph mit dem Neugeborenen kommen, um Gott zu danken und ihm zu opfern, spüren beide: Hier kommt der Heiland Gottes. Der alte Simeon nimmt den Säugling Jesus auf den Arm, schaut ihn an und erkennt in diesem Moment völliger Ruhe, dass dies der von Gott gesandten Heiland ist. Und die Prophetin Hanna kommt dazu und lobt Gott. Die Begegnung der Alten mit dem Neugeborenen strahlt Ruhe und Kraft aus.

Hier „ist Freude, ist Teilnahme, ist Erbarmen, ist Gott." Ich möchte mich daneben stellen und auch innehalten, schauen und die Kraft Gottes spüren. Ich möchte diese weihnachtliche Freude über die Zeit retten und mit Lust ins neue Jahr gehen.

Einen gesegneten Sonntag und ein wenig Ruhe wünscht Ihnen
Dorothea Goudefroy, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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