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Lima und Menden

Partnerschaftssonntag

Menden, 16.09.2011, Dorit HeiderPartnerschaftssonntag
Partnerschaftssonntag im Paul-Gerhardt-Haus

Menden. Maggaly Neciosup Urbina (30) hat 2010 ein Jahr in Menden gewohnt und am Gemeindeleben teilgenommen – die Partnerschaft zwischen den Gemeinden von Menden und Lima ermöglichten ihr diesen Auslandsaufenthalt.

Partnerschaftssonntag
Trotz der Entfernung besteht die deutsch-peruanische Partnerschaft nun schon 10 Jahre. Am Sonntag, 18. September, ist dieses Jubiläum mit einem Gottesdienst und anschließend gut besuchten Fest im Paul-Gerhardt-Haus gefeiert worden. Schon im Gottesdienst wurde etwas holprig, aber optimistisch auf Spanisch gesungen, Fürbitte für die in Armut lebenden peruanischen Familien gehalten und immer wieder vom verbindenden Thema Taufe gesprochen.

Vor allen Versammelten begannen schließlich die sieben Mendener, die im Sommer in der ‚Iglésia Evangelica de los Peregrinos de Peru' zu Gast gewesen sind, mit ihrem Fotovortrag. Gaby Haber, Thomas Schotenröhr, Dirk Stöffer, Mechthild Stenk, Sabine und Miriam Wuttke und Dorothea Goudefroy schilderten, was sie zusammen erlebt haben. Das reichte von Überraschungen wie Salzcracks und Fruchtsaft zum Abendmahl, über Kulturunterschiede wie Meerschweinchen zu speisen, bis zur Wahrnehmung der sehr präsenten Armut, die ihnen allen nicht mehr aus dem Kopf geht.

Doch in einem Punkt waren sie sich einig: Egal, wie unterschiedlich sich Menschen kulturell sein können, ist es der Glaube, der verbindet. "Trotz einiger Sprachprobleme ist es immer möglich gewesen, sich zu verständigen und so wurden aus der zu Anfang schönen Begegnung Freundschaften geschlossen", so Pfarrerin Dorothea Goudefroy.

Partnerschaftssonntag

Vorerst war es unsicher, ob, aufgrund der Zeitverschiebung, eine Live-Schaltung mit den Freunden am anderen Ende der Welt wirklich stattfinden könne. Doch als um 14 Uhr schließlich eine Verbindung gelang, wurde es zum Höhepunkt des Tages, als alle Maggalys Familie in den Morgenstunden zu Gesicht bekamen.

Partnerschaftssonntag


Glaube verbindet

Menden und Lima sind zehn Jahre Partner

Menden, 16.09.2011, Heinz-Jürgen Czerwinski © Der Westen Abendmahlsfeier in der Iglesia Evangelica de los Peregrinos de Perú, Lima (von links: Dorothea Goudefroy, Pastora Hilda Tenorio, Pastor Rafael Goto
Abendmahlsfeier in der Iglesia Evangelica de los Peregrinos de Perú, Lima (von links: Dorothea Goudefroy,
Pastora Hilda Tenorio, Pastor Rafael Goto (Foto: Westfalenpost Menden)

Menden. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit einer Internet-Live-Schaltung über Kontinente hinweg. Am Sonntag feiern evangelische Christen in Menden und Perus Hauptstadt Lima das offiziell zehnjährige Bestehen ihrer Gemeindepartnerschaft.

Die Warnung aus Lima trudelte rechtzeitig ein, bevor die siebenköpfige Mendener Delegation in den Sommerferien nach Lima aufbrach: "Bringt bloß warme Sachen mit, wenn ihr kommt. Es ist derzeit bitterkalt bei uns." Der Winter auf der Südhalbkugel stellte die Mendener jedoch auf keine harte Proben, obwohl wärmende lange Unterwäsche und Pullover eingepackt waren. Pfarrerin Dorothea Goudefroy: "Bei minimal 15 Grad war es für unsere Verhältnisse ja recht mild." Das war es aber nur für die Mendener. In Lima trugen viele Einwohner dicke Jacken.


Veranstaltungsplakat Partnerschaftssonntag
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Es waren zwei Turbo-Woche mit vielen Begegnungen und "einer überwältigenden Herzlichkeit, die wir erlebt haben". Eine Woche verbrachten die Mendener direkt in der Partnergemeinde Iglésia Evangelica de los Peregrinos de Peru (IEPP) und ihren Freunden, die andere vornehmlich bei einer Reise durch Peru.

Nicht nur für Sabine Wuttke und ihre Tochter Miriam gilt fortan: Sie haben im Grunde eine zweite Heimat bekommen. "Unser Haus ist jetzt auch euer Haus", wurden sie von ihren Gastgebern verabschiedet. Überhaupt: Die Christen der Partnergemeinde hatten keine Mühe gescheut. Für die Mendener waren sogar die Zimmer eigens neu gestrichen worden. "Es gab so viele Zeichen größter Wertschätzung", berichten die Mendener Delegationsmitglieder.

Dass man bei Besuchen auf dem Markt staunen würde, wussten die Mendener von anderen Lima-Reisenden. Letztlich war das Staunen vor Ort dennoch groß. Sabine Wuttke: "Es gibt mehr als 3000 Sorten Kartoffeln." Und dann auch noch ein Fleischgericht, das Mitteleuropäern doch sehr gewöhnungsbedürftig ist: Meerschweinchen.

In einem Punkt konnten die Mendener längst nicht alle Wünsche ihrer Gastgeber erfüllen. "So viele Menschen hatten gehofft, dass wir auch sie in ihren Häusern besuchen würden", waren vom Terminplan jedoch Grenzen gesetzt. Das galt somit für alle Mendener, die nach Herzenslust verwöhnt wurden.

Live-Schaltung möglich?

Besonders wichtig war den Reisenden die Teilnahme am Gottesdienst mit Abendmahl bei den Freunden. Ein Ereignis, das ausnahmsweise auch fotografisch dokumentiert wurde. Pfarrerin Dorothea Goudefroy: "Häufig verbieten wir ja aus gutem Grund das Fotografieren in Gottesdiensten. Wir wollten es jedoch auch für unser großes Partnerschaftsfest und unseren neuen Gemeindebrief ein wenig dokumentieren."

Mit Spannung fiebern viele evangelische Gemeindeglieder jetzt dem Partnerschaftssonntag entgegen. Der wird in Menden zentral für alle Pfarrbezirke von 10:00 bis 15:00 Uhr im und rund um das Paul-Gerhardt-Haus Platte Heide gefeiert. In Lima ebenfalls von 10:00 bis 15:00 Uhr. Es ist jedoch nur vermeintlich zeitgleich. Denn Lima liegt in einer anderen Zeitzone.

Bei einem Unterschied von acht Stunden ist es beim Festbeginn in Menden noch tiefe Nacht bei den Freunden. "Vielleicht kommt noch eine Internet-Schaltung zustande, wenn unser Fest endet. Es wäre doch sehr schön", besteht jedoch Hoffnung.

So oder so. Viel zu erzählen haben: Thomas Schotenröhr, Mechthild Stenk, Gabi Haber und Dirk Stöffer. Stellvertretend für ihre Delegation hatten Dorothea Goudefroy, Sabine und Miriam Wuttke der WP über ihre Reise berichtet.


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