Willkommen


Wort zum

Buß- und Bettag

Buß- und Bettag © soupstock - Fotolia.com
Egal ob Scheidung, Raucherlunge oder Klimawandel – die Zukunft unseres Lebens hat vielfach mit unserem Verhalten in Vergangenheit und Gegenwart zu tun. Die Auswirkungen unseres Lebensstils holen uns ein.

Deshalb brauchen wir Momente, in denen wir innehalten und unser eigenes Lebenstempo überdenken können: Will ich eigentlich so leben, wie ich es heute tue? Manchmal ist es Zeit umzukehren und neu anzufangen: Heute am Buß- und Bettag denken wir daran, was alles falsch läuft in unserem Leben und stellen uns die Frage: “Was können wir anders machen? Wie können wir unsere Fehler vermeiden? Wie können wir einen Weg in eine bessere Zukunft finden? Dabei geht es sowohl um uns als Einzelne als auch um die Gemeinschaften, in denen wir leben. Es geht um unsere Familie, genauso wie um unser Dorf, unser Land und das Verhältnis zu unseren Nachbarstaaten.

Ellen Gradtke, Berufsschulpfarrerin
Ellen Gradtke, Berufsschulpfarrerin
Auch wenn seit 1995 der Buß- und Bettag leider seinen Status als gesetzlicher Feiertag verloren hat und zugunsten der Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft wurde, ist er dennoch ein besondere Tag geblieben, an dem wir Gottesdienste halten, zur Selbstbesinnung aufrufen und auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen. „Tut Buße!“ hat Johannes der Täufer den Menschen zugerufen und sie im Namen Gottes getauft. „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ (Matthäus 3,2) Am Buß- und Bettag werden auch wir zur Umkehr aufgerufen. Dabei geht es nicht nur um innere Umkehr, auch unser Tun soll sich zum Guten hinwenden.

Die Gottesdienste werden jetzt häufig in den Abendstunden gefeiert, wobei sowohl die gemeinsame Beichte als auch die Besinnung auf politische Verantwortung einen großen Raum einnehmen. Die „Beichte“ ist hier eher eine Gemeinschaftsbeichte und betont weniger die Schuld des Einzelnen als vielmehr die Kollektivschuld. Nach evangelischer Auffassung meint Buße nicht, in Sack und Asche zu gehen, sondern Umkehr und Sinnesänderung.

Manchmal ist es Zeit umzukehren und neu anzufangen: Buße tun kann auch heißen, falsche Wege zurückzugehen, Dinge aufzugeben, ja in mancher Hinsicht wieder bei Null anzufangen. Die Kirche feiert den Buß- und Bettag regelmäßig, weil Gott uns dazu einlädt. Das ist wichtig. Es gibt nämlich vieles, das in unserem Leben so verfahren ist, dass wir uns mit unserer Kraft allein gar nicht mehr befreien können: eine Abhängigkeit, die das Leben kaputtmacht, eine Verhaltensweise, die zum Zwang geworden ist, oder der gesellschaftliche Druck, so oder so sein zu müssen, um dazuzugehören. Zu wissen, dass Gott selbst mich zum Umkehren einlädt, kann ungeahnte Kräfte in mir freisetzen.

Auch die, dass ich mir Hilfe bei anderen suche. Vielleicht spüren wir, dass manche unserer Verhaltensweisen zerstörerisch wirken. Was uns bleibt heute am Buß- und Bettag ist es Gott zu bitten, dass er uns in unseren Entscheidungen in dem was wir tun und in dem was wir sagen leiten möge. Wir können Gott bitten, dass er uns zeigt, wo wir uns verrannt haben, damit wir umkehren können. Wir können Gott bitten, dass er uns deutlich macht, wo wir etwas falsch machen, damit wir es dann in Zukunft anders machen können. Manchmal ist es Zeit umzukehren und neu anzufangen: Heute ist der Tag dazu.

Ellen Gradtke, Berufsschulpfarrerin aus Menden


Link-Pfeil Aktuelles aus unserer Gemeinde
Link-Pfeil Archiv 2012 Geistliches Wort
Link-Pfeil Archiv 2011 Geistliches Wort
Link-Pfeil Archiv 2010 Geistliches Wort